Rückblick Hinrunde 2014/15


Nach nur drei Siegen aus 14 Spielen in der Rückrunde der vergangenen Saison, ging es für den RWL I verdientermaßen runter in die Kreisliga B1. Es fehlten „nur“ fünf Punkte, um den Abstieg zu verhindern, aber im Endeffekt sollte – bis zum jetzigen Zeitpunkt – eine Neufindung in der Kreisliga B der richtige Weg sein. Als einzigen Leistungsträger musste der RWL Lukas Wagner in Richtung SV Beuel ziehen lassen. Zur Mannschaft stießen Damshäuser, Gruna, Önver, Sangare und Winkler.

Obwohl die Mannschaft zum Start eine unglaubliche Serie (11 Spiele – 11 Siege; neuer Vereinsrekord!) hinlegte, musste in den ersten Spielen gegen Roisdorf und Lusitania der Abstieg noch aus den Beinen geschüttelt werden. Erst im Spiel gegen den Bonner SC II trumpfte die Mannschaft groß auf und siegte überlegen mit 6:0. Am 6. Spieltag „reiste“ der RWL ins Vorgebirge (3.): Der erste Rückstand in einem Meisterschaftsspiel wurde – in einem extrem hart geführten Spiel – noch in einen 3:2 Auswärtssieg gedreht. Der einzige Wermutstropfen dieses Sieges sollte sich erst am nächsten Tag herausstellen. Der bis dato sehr gut aufgelegte Johannes Weitensteiner (6 Spiele/6 Tore/5 Vorlagen) musste aufgrund eines im Spiel erlittenen Nierenrisses noch in derselben Nacht notoperiert werden und fällt voraussichtlich bis zum Rückrundenstart im März aus. Ein herber Rückschlag für die Mannschaft. Trotzdem marschierte man im Folgenden weiter siegreich durch die Kreisliga B1.

Mohammed Moustafa (3. v.r.) beim Drehschuss im Spiel gegen Bornheim

Mohammed Moustafa (3. v.r.) beim Drehschuss im Spiel gegen Bornheim
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Am 9. Spieltag herrschte in Lessenich Spitzenspiel-Atmosphäre: 100 Zuschauer hatten sich versammelt, um ein packendes Spiel gegen den SSV Bornheim als Tabellenzweiten zu sehen. In diesem Spiel zeigte die Mannschaft in den ersten 45 Minuten noch ein Abbild der Abstiegssaison (1:3 Rückstand), knüpfte dann aber mit unermüdlichem Kampf, viel Willen und etwas Glück an vorherige Leistungen an und mit dem Schlusspfiff wurde der 3:3 Ausgleichstreffer erzielt. Auch diese positiven Emotionen blieben der Mannschaft nicht lange erhalten, denn der Tod von Gerd „Sheriff“ Schmich wurde an eben jenem Abend noch bekannt. Ganz Lessenich trauerte – aber auch diese Hürde nahm die Mannschaft.

Zwar war man weiterhin Tabellenführer, aber es wurde sich mehr oder weniger schlecht als recht durch die folgenden Partien gehangelt, man ließ aber keine Punkte liegen. Trotz neuer Selbstdisziplin in der Mannschaft, zeitweise überragender Trainingsbeteiligung und einem nimmermüden mahnenden Kapitän Andreas Schulz, folgte am 12. Spieltag der erste richtige Rückschlag – eine verdiente 0:3 Auswärtsniederlage gegen Sechtem. Es war klar, dass auch die Siegesserie des RW Lessenich irgendwann einmal reißen würde, aber die Art und Weise erinnerte an vergangene Zeiten… Die Tabellenführung war dahin.

Die wahre Qualität einer Mannschaft zeigt sich aber manchmal erst in den wirklich schwierigen Phasen einer Saison: Anstatt nun mit gesenkten Köpfen ins nächste Spiel zu gehen – so wirkte die Mannschaft noch direkt nach der Niederlage – wurde sich intern zusammengerauft und das Motto „Wir kommen wieder“ ausgegeben. Und siehe da: Im nächsten Spiel folgte ein souveräner 3:0 Heimsieg über Geislar und mit einem Patzer der Bornheimer Konkurrenz, thronte der RWL nun sogar alleine an der Tabellenführung der Kreisliga B.

2014-12_tabelleMit zwei Siegen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel sicherte man sich unaufgeregt die Herbstmeisterschaft. Da das erste Spiel der Rückrunde schon im Dezember stattfand, legte man nach einem souveränen Auftritt gegen Roisdorf (4:0) einen ersten Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde. Jetzt können sich das Team und der Trainer in der verdienten Winterpause erholen.
Als Ziel bis zum Sommer kann es aber nur heißen, den Abstieg aus der Kreisliga A wiedergutzumachen.

Einblick in die Mannschaft:
Zunächst dachte ich mir: „Was kannst du groß erzählen?“ Grade als Torwart ist man ja – laut Fußballerjargon – gar nicht Teil der Mannschaft. Manchmal muss ich selber schmunzeln über die Entwicklung des Teams. Letzte Saison war bestenfalls eine Katastrophe. Respektlosigkeiten, Niederlagen gefolgt von Niederlagen, eine kaum wahrnehmbare Trainingsbeteiligung – all das verkörpert für mich die letzte Abstiegssaison. Man kann absteigen, aber nicht so. Aber genug der Rückschau.
Als die neue Saison begann, konnte man sich immerhin auf eine gute Vorbereitung stützen. Die Mannschaft versuchte sich selbst zu strukturieren. Es gab auf einmal einen wirksamen Strafenkatalog, einen funktionierenden Mannschaftsrat und mit Andreas Schulz wurde ein neuer Kapitän gewählt – alles ohne Instruktionen des Trainers. Disziplin wurde insgesamt höher geschrieben. Es wurde mit teilweise 20 Mann trainiert, sonntags waren immer mindestens drei Mann auf der Auswechselbank. Und das ohne große Neuzugänge – es war fast die gleiche Mannschaft wie letztes Jahr! Sobald sich die ersten Erfolge zeigten, „pushte“ sich das Team weiter nach vorne.

Ich denke auch, dass auf dieser Mannschaft eine besondere Belastung liegt, die auch im Team spürbar ist: ständig die letzte Saison im Hinterkopf, dauerhaft neue Gerüchte um den langersehnten Kunstrasen, Mitspieler die sich zum Teil schwer verletzen und nicht zuletzt nun ohne „Sheriff“ dazu stehen, der die Mannschaft vor Stammtisch und Umfeld immer verteidigt und in Schutz genommen hat. Nichtsdestotrotz spielt man in der Kreisliga B1 oben mit, stellt Vereinsrekorde ein und kann sich mittlerweile langsam wieder als Aushängeschild des Vereins betrachten. Wiedergutzumachen gab es ja auch schließlich genug. Doch der Charakter ist nun offensichtlich ein anderer.

Wir hoffen, die wöchentliche Vorberichterstattung, Liveticker und Spielberichte auf Fupa.net lassen auch Sie am aktuellen Erfolg der Lessenicher Ersten teilhaben.

Bericht: Jens Glock / Daniel Weidenbörner, Dez. 2014

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